Salz und sein Preis (oder Carol) Cover (© Diogenes Verlag)

[Rezension] Salz und sein Preis (oder Carol) von Patricia Highsmith

Schon bin ich wieder da – und diesmal mit einem echten Klassiker, der zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt: Salz und sein Preis (oder Carol)* von Patricia Highsmith. Auf Englisch* ist er erstmals im Jahre 1952 erschienen; allerdings damals noch unter dem Pseudonym Claire Morgan. Einen neuen Schwung an Bekanntheit hat die Geschichte um Therese und Carol zuletzt durch den Kinofilm* im Jahr 2015 erhalten, den einige von euch vielleicht kennen. Umso mehr möchte ich euch dieses Buch ans Herz legen, da es ein Stück weit mitverantwortlich dafür ist, dass wir heute in einer doch vergleichsweise sicheren und offenen Gesellschaft leben. Salz und sein Preis ist nämlich, zumindest nach meinem Kenntnisstand, der erste veröffentlichte Roman über gleichgeschlechtliche Liebe, der nicht in Tod, Verderben oder Bekehrung endet, sondern die sanfte Spur eines Hoffnungsschimmers hinterlässt. Das Taschenbuch* hat 464 Seiten (wobei sich alles nach Seite 399 als Anhang betiteln lässt) und ist vom Diogenes Verlag für 13,00 € erhältlich und als Kindle Edition* für 10,99 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Die Geschichte der 19-jährigen Therese und der 13 Jahre älteren Carol beginnt in der Puppenabteilung eines Kaufhauses, in dem Therese als Teilzeitverkäuferin arbeitet; wenn ich mich recht entsinne, zur Weihnachtszeit. Die verlobte Therese ist fasziniert von der Eleganz und Ausstrahlung einer blonden Frau im Pelzmantel, die eines Tages das Geschäft betritt. Geführt durch diese Faszination stellt Therese Kontakt zu Carol her, aus dem sich schnell eine Bekanntschaft und bald eine intimere Nähe ergibt. Doch in einer Gesellschaft, in der Homosexualität zu dieser Zeit geächtet und verfolgt wurde, muss die verheiratete Carol sich dem Kampf um ihre Liebe und gegen den Verlust ihrer Tochter stellen.

Meine Meinung

Patricia Highsmith war eine hochgeschätzte Schriftstellerin, die durch Werke wie zum Beispiel Zwei Fremde im Zug* berühmt wurde. Zu Salz und sein Preis bekannte sie sich erst im Jahr 1990, fünf Jahre vor ihrem Tod. Wie ich oben schon erwähnt hatte, zähle ich diesen Roman zu meinen Lieblingsbüchern und greife immer wieder gern danach, wenn sich die Weihnachtszeit nähert. Das für mich Beeindruckendste daran ist die unglaublich poetische Sprache, mit der die Autorin Thereses Empfindungen und Beobachtungen schildert. Jeder Satz, jedes Wort ist ein absoluter Lesegenuss, wodurch man sich (zumindest an den romantischen Stellen) wie auf Wolken gebettet in die Worte einkuscheln kann. Eine stets elektrisierende Spannung zieht sich durch das ganze Buch, sodass man fast das Gefühl hat, sie in der Luft pulsieren zu sehen. Dabei schafft es Patricia Highsmith auch oft, die Dinge nicht direkt anzusprechen, sondern durch die Stimmung die eigene Vorstellungskraft anzuregen. Die Hetzjagd verursacht durch Carols Ehemann und die gesellschaftlichen Schwierigkeiten, denen sich die beiden Frauen stellen müssen, liefern dabei noch die nötige Spannung und ein beklemmendes Gefühl im Nachgeschmack. Nichtsdestotrotz ist das Gefühl, das am Ende bleibt, nichts anderes als Zuversicht.

Fazit

Salz und sein Preis (oder Carol)* ist eine wunderschöne, frustrierende, mitreißende und wahnsinnig poetische Geschichte, die sich besonders gut zur kühleren Jahreszeit lesen lässt, am besten eingekuschelt und mit einer Tasse Tee auf dem Sofa. Zu meckern habe ich an diesem Buch tatsächlich nichts. Richtig gut umgesetzt finde ich auch den Kinofilm*, bei dem zwar einige Handlungsstränge verändert worden sind, die elektrisierende Spannung zwischen den beiden Frauen aber toll zur Geltung kommt und so die Poesie des Schreibstils auf die Leinwand (oder den Fernseher) übertragen wird.

Humor: ●○○○○
Anspruch: ●●●●○
Spannung: ●●●●○
Liebe: ●●●●●
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●●●○

Eure Hannah 🙂

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3 Gedanken zu “[Rezension] Salz und sein Preis (oder Carol) von Patricia Highsmith

  1. […] Carol (oder Salz und sein Preis) ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher – egal zu welcher Zeit. Trotzdem passt es sehr gut in die Weihnachtszeit; nicht nur, weil es zu Weihnachten spielt, sondern auch, weil es die passende Stimmung verströmt. Es ist erstmals in den 50er Jahren, damals noch unter Pseudonym, erschienen und ist das erste Buch über Frauenliebe, das positiv endet. Es ist sinnlich, poetisch, sprachlich manchmal etwas anspruchsvoll – auf eine gute Weise. Ich kann es euch nur immer wieder ans Herz legen, denn Carol, die Frau im Pelzmantel, zieht wirklich jeden in ihren Bann. Die aktuelle Ausgabe aus dem Diogenes Verlag hat 464 Seiten und kostet 13,00 €. […]

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