Mitten ins Herz (I can't think straight) Cover (© Krug & Schadenberg)

[Rezension] Mitten ins Herz (I can’t think straight) von Shamim Sarif

Darf ich euch einen weiteren Klassiker der lesbischen Literatur vorstellen? Hier ist er: Mitten ins Herz (I can’t think straight)* von Shamim Sarif. Klassiker nicht in dem Sinne, dass er besonders alt ist, sondern dass er in der kurzen Zeit zu einem wichtigen Meilenstein (achja, ich gebrauche das Wort wirklich oft. Aber es stimmt!) in Bezug auf gleichgeschlechtliche Liebesgeschichten, die sich mit der Kultur des nahen Ostens beschäftigen. Gerade da, wo Homosexualität gesellschaftlich kaum akzeptiert wird, braucht es Mut und positive Gedanken, die in die Welt getragen werden, und genau das ist hier der Fall. Das britische Original I Can’t Think Straight* erschien 2009 und wurde zur deutschen Erscheinung 2012 von Andrea Krug (Verlag Krug & Schadenberg) übersetzt. Das Buch ist 208 Seiten kurz und kostet 12,90 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Dieser Roman handelt von Tala und Leyla, beide junge Frauen. Leyla, die aus einer indischen Familie stammt, lebt in London und arbeitet im Unternehmen ihrer Eltern. Eigentlich wäre sie viel lieber Schriftstellerin… Die gut situierte Tala lebt in Jordanien und hat schon drei Hochzeiten platzen lassen. Gerade ist sie dabei, einen vierten Versuch zu starten, da trifft sie bei einem Besuch ihres alten Freundes Ali auf Leyla. Schon ist es passiert, die beiden gehen einander nicht mehr aus dem Kopf. Was nun? Ihre Liebe würden ihre Familien doch niemals akzeptieren. Oder doch?

Meine Meinung

Mitten ins Herz (I can’t think straight)* ist eine kurzweilige Liebesgeschichte über Selbstfindung und Coming Out in einem kulturellen Umfeld, in dem die Liebe zweier Frauen keine Chance auf Akzeptanz und Glück zu haben scheint. Tatsächlich lernen wir aber daraus, dass der Weg zum eigenen und gemeinsamen Glück zwar niemals einfach ist, wir das Ziel aber nie erreichen, wenn wir den Weg nicht gehen. Die Lieben in unserer Umgebung sind immer für Überraschungen gut und oft steckt doch mehr Liebe und Akzeptanz, als wir ihnen zugetraut hätten. Der Roman von Shamim Sarif hat mir wirklich gut gefallen. Das Besondere daran ist das Aufgreifen der kulturellen Problematik in Bezug auf Homosexualität, die auch in der heutigen Zeit in vielen Ländern nach wie vor vorherrschend ist. Ich habe mich beim Lesen ein bisschen in der Zeit zurückversetzt gefühlt, da wir in der westlichen Welt in meinen Augen auch mal an einem ähnlichen Punkt befunden, aber schon viel verändert haben. Manchmal hab ich mich beim Lesen also gefragt: »Mädchen, warum macht ihr euch solche Probleme?«, weil die Thematik einfach nicht neu ist, dass man Angst hat zu sich selbst zu stehen und Angst davor hat, was die Familie wohl sagen wird. Man darf dabei nie vergessen, dass es nicht überall so vergleichsweise problemlos ist, frei entsprechend seiner Sexualität zu leben, wie hier. Die Geschichte war schön und süß, der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Botschaft dahinter ist wirklich aufbauend. Allerdings ist das Buch sehr kurz, weshalb es schon wieder vorbei ist, wenn man richtig in der Geschichte angekommen ist. Das finde ich sehr schade, aber vielleicht erreicht ein kürzeres Buch auch mehr Leser, weil die Hürde bei dicken Büchern ja doch immer da ist, es zu beginnen. 😀 Das Buch ist übrigens auch verfilmt worden, vielleicht habt ihr ja den Film* gesehen und könnt mir sagen, wie ihr ihn fandet?

Fazit

Eine schöne Liebesgeschichte mit toller Botschaft, die Mut macht, für sein Glück einzustehen, besonders auch vor dem kulturellen Hintergrund. Kann ich für ein kurzweiliges Lesevergnügen nur empfehlen!

Humor: ●●○○○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●○○○

Eure Hannah 🙂

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2 Gedanken zu “[Rezension] Mitten ins Herz (I can’t think straight) von Shamim Sarif

  1. Schöner Beitrag 🙂 Ich kannte bisher nur den Film und wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass es ein Buch dazu gibt. Der Film hat mir allerdings auch recht gut gefallen – also kurzweilig und unterhaltsam und interessant, weil es in einem anderen Kulturkreis angesiedelt ist, genau, wie Du das Buch beschrieben hast.

    Liken

    • Ah super, danke. 🙂 man hat ja doch immer so viel auf seiner Liste, was man noch tun, lesen oder anschauen will… Aber dann freu ich mich einfach mal auf den Film und darüber, dass er mich vielleicht wieder etwas an die Stimmung im Buch erinnert. 🙂

      Gefällt 1 Person

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