Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums von Benjamin Alire Sáenz

[Rezension] Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums von Benjamin Alire Sáenz

Ach Mensch, was soll ich dazu sagen? Über Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums* von Benjamin Alire Sáenz hatte ich schon viel gehört. Nicht viel vom Inhalt, aber fast ausschließlich, dass es richtig toll sein soll. So weit, so gut, trotzdem habe ich es bis jetzt nicht gelesen. Warum? Und dann habe ich neulich auch noch gelesen, dass es inzwischen sogar als Schullektüre gehandelt wird. Wie cool ist das denn? Wo waren diese Schullektüren zu meiner Zeit? Das Buch ist noch recht neu, als Taschenbuch erst im August 2017 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen, das Hardcover kam 2014 raus.

Das Taschenbuch* kostet 9,99 € und die Kindle Edition* 14,99 € (Warum auch immer. Ist die nicht normalerweise günstiger als die Printausgabe?)

Kurzbeschreibung Inhalt

Aristoteles ist 15, US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln und gelangweilt. Er ist gern allein und im Allgemeinen eher unzufrieden mit sich und seiner Umgebung. Eines Tages trifft er auf Dante, der einen genauso ungewöhnlichen Namen hat, wie er. Er trifft ihn nicht irgendwo, sondern im Schwimmbad. Aristoteles, der sich selbst lieber Ari nennt, kann nämlich nicht schwimmen und versucht, sich das beizubringen. Dante sieht ihn dabei und bietet ihm an, ihn dabei zu unterstützen und so freunden sich die beiden an. Auch wenn oder gerade weil sie sehr verschieden sind, entwickelt sich hier eine ganz besondere Art der Beziehung. Dante liest, redet und zeichnet, Ari ist eher still, und haut dann wieder auf den Putz. Was sonst noch so passiert, möchte ich gar nicht vorwegnehmen, es ist so viel besser, wenn man ohne viel Hintergrundwissen zur Handlung an dieses Buch rangeht (so wie ich)! Dass sich da eventuell etwas in Richtung Verlieben entwickeln wird, ist denke ich kein Geheimnis…

Meine Meinung

DAS ist das Buch. Das Buch, das mich versteht. Das mein 15-Jahre-altes Ich versteht. Verdammt, ich wünschte, ich hätte es damals schon gehabt. Es hat mich umgehauen. Es hat mich bis in die letzte Faser meines Körpers durchdrungen und mit seiner Energie ausgefüllt, oder besser, überschwemmt. Warum muss man sich als Teenager eigentlich schrecklich fühlen? Gehört das dazu? Ich habe noch keinen anderen Roman gelesen, der das innere Coming Out treffender, realer und ganz ohne den eigentlichen Begriff darstellt. Ich meine hier das Innere Coming Out gar nicht unbedingt zwingend in Bezug auf die Sexualität. Als Teenager IST man verwirrt. Wie auch nicht, bei all der Veränderung, die man körperlich und hormonell erlebt. Ich glaube, das geht gar nicht anders. Es gibt eine Zeit, in der setzt man sich ganz besonders damit auseinander, wer man ist, wer man sein will und dass man vielleicht auch wirklich gewollt ist und gut so, wie man ist. Ich hatte genauso diese Phase, in der man keine Liebe annehmen kann, nicht von Freunden oder den Eltern, besonders nicht von den Eltern. Wenn du dich selbst nicht richtig findest, fällt es dir wohl schwer, anderen zu glauben, dass du eben doch auf deine Weise richtig bist.

Die Charaktere haben mich ebenso in Ihren Bann gezogen. Man sollte vielleicht noch dazusagen, dass die Geschichte in den 80ern spielt (das ist einfach schon über 30 Jahre her!), zu welcher Zeit Homosexualität in Amerika noch nicht ganz so »normal« und akzeptiert war wie heute. Trotzdem waren die Entwicklungen und Rekationen der Charaktere ein Traum. Auch wenn es natürlich einige Widrigkeiten gibt, denen die beiden Hauptpersonen ausgesetzt sind, lernt man in diesem Buch viel über Familienzusammenhalt und wie man es schafft, diesen zu entwickeln. Beide Elternpaare habe ich sofort ins Herz geschlossen und es war so schön mitzuerleben, wie sie sich verändern und zusammenwachsen.

Der Schreibstil war auch einfach toll. Ich bin nur so durch das Buch geflogen. Es war einfach so schön und so echt. An dieser Stelle möchte explizit aussprechen, dass ich das Buch absolut jedem empfehle. Auch denen die meinen, sie könnten nicht viel damit anfangen, weil es um zwei Jungs geht. Vielleicht ist es nicht jedem so ergangen. Vielleicht ist jeder seinen ganz eigenen Weg zur Akzeptanz seiner Sexualität oder seines Selbsts gegangen. Aber vielleicht steckt in uns allen auch ein bisschen Ari.

Fazit

Nie habe ich auch nur irgendwo eine so echte und nahbare Darstellung des inneren Coming Out Prozesses erlebt. Man fühlt sich wieder wie 15, aber auf eine gute Weise. Gewissermaßen kann man durch Aristoteles und Dante* ein Stückchen mehr Frieden mit sich schließen.

Humor: ●●○○○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●●○

Eure Hannah 🙂

*BEI DEN LINKS HANDELT ES SICH UM AFFILIATE-LINKS. DAS BEDEUTET, DASS ICH VON AMAZON EINE KLEINE PROVISION BEKOMME, WENN JEMAND ÜBER DIESEN LINK DIESES PRODUKT KAUFT. WENN DU MÖCHTEST, KANNST DU MICH SO GANZ LEICHT EIN KLEINES BISSCHEN UNTERSTÜTZEN, OHNE DASS DIR DABEI ZUSÄTZLICHE KOSTEN ENSTEHEN.

6 Gedanken zu “[Rezension] Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums von Benjamin Alire Sáenz

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