Love, Simon (Nur drei Worte) Cover (© Carlsen Verlag)

[Rezension] Love, Simon (Nur drei Worte) von Becky Albertalli

Love, Simon* (bzw. Nur drei Worte) von Becky Albertalli liegt schon seit Menschengedenken auf meiner Wunsch- und Leseliste. Mit Erscheinung der Filmausgabe am 31. Mai 2018 konnte ich nicht mehr anders als zuzugreifen; nicht nur, weil Taschenbücher viel platzsparender und günstiger sind, sondern auch, weil die Verfilmung am 28. Juni 2018 endlich in die deutschen Kinos kommt! Auch wenn ich vermutlich der letzte Mensch auf Erden bin, der Love, Simon (Nur drei Worte) gelesen hat, möchte ich trotzdem meine Meinung dazu mit euch teilen. Den Trailer dazu (solltet ihr ihn noch nicht gesehen haben oder wenn ihr ihn euch einfach wieder und wieder anschauen wollt, bis der Kinofilm endlich raus ist) findet ihr am Ende der Rezension.Die Taschenbuch- und gleichzeitig Filmausgabe ist im Carlsen Verlag erschienen, hat 344 Seiten und kostet 8,99 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Niemand weiß, dass Simon schwul ist, bis auf Blue, mit dem er seit einer Weile Mails schreibt; nur, dass keiner der beiden weiß, wer der andere ist. Beide gehen auf dieselbe High School, doch wie haben sie sich eigentlich »kennengelernt«? Blue stellte einen anonymen Post auf Tumblr, und Simon hinterließ seine anonyme Mailadresse. Eines Tages vergisst Simon, sich am Schulcomputer auszuloggen, woraufhin einer seiner Mitschüler die Mails sieht und beginnt, ihn damit zu erpressen, um an seine Freundin Abby ranzukommen, die aber eigentlich in Simons besten Freund Nick verliebt ist, und dann ist da noch Leah, die ebenso unglücklich verliebt ist… Klingt nach spannendem Chaos? Das ist es. 😀

Meine Meinung

Eine wunderbare Sache vorweg: Schwulsein wird hier nicht als Problem dargestellt. Im Gegenteil. Wir leben heute in einer viel aufgeklärteren und toleranteren Gesellschaft als noch vor zehn, zwanzig oder noch mehr Jahren, sodass diejenigen die »Bösen« sind, die sich über Homosexualität lustig machen und zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Menschen, die Homosexualität als Grund zur Beleidigung nehmen, gibt es zwar immer noch, werden aber inzwischen von einem großen Teil der Gesellschaft dafür verachtet. Jippie! Das Problem an der Erpressung von Simon ist also eigentlich gar nicht, dass Simon Angst davor hätte, wenn alle wüssten, dass er schwul ist, sondern die Entscheidung, etwas doch so Persönliches über sich seiner Familie, seinen Freunden oder der ganzen Welt zu verkünden, einem tatsächlich Angst machen kann.

Was einen wiederum zur berechtigten Frage führt: Warum müssen sich nur queere Menschen outen? Warum ist hetero die Normalität oder Weiß als Hautfarbe? Logischerweise sind zwar die LGBT+-Personen eine Minderheit, aber diese Minderheit ist trotzdem so groß, dass irgendwie jeder jemanden kennt.

Simon ist mit sich selbst also ziemlich im Reinen, möchte aber aus seiner Homosexualität keine große Sache machen, weshalb er sie bis jetzt verschwiegen hat. Kommt euch das nicht auch bekannt vor, wenn Eltern aus jeder noch so kleinen Veränderung oder Entwicklungsschritt eine große Sache machen und am liebsten eine Party feiern würden? Wenn er erste Schock verdaut ist. Nachdem ich meine Sexualität akzeptiert hatte, ging es mir da gar nicht so unähnlich. Blue dagegen ist noch nicht so weit wie Simon und möchte daher ihr erstes Aufeinandertreffen so weit wie möglich hinauszögern, um ihre besondere Art der Beziehung nicht kaputt zu machen.

Und diese Liebesgeschichte ist wahnsinnig süß. Sie ist vorbehaltlos und ehrlich und zum Dahinschmelzen kribbelig. Kann man sich überhaupt über Mails ineinander verlieben? Doch wenn du dich bei deinem Gegenüber so aufgehoben und verstanden fühlst und den ganzen Tag an nichts anderes als seine Worte denken kannst… Möglicherweise schon. Ich habe von Anfang an mitgefiebert und -geraten, wer sich wohl hinter Blue versteckt, auch wenn irgendwann nach der Hälfte des Buchs ein »Das ist Blue« in meinen Kopf gepflanzt wurde, womit ich am Ende auch Recht behielt. Das ist aber nicht schlimm, denn Simon sieht den Wald vor lauter Bäumen einfach nicht. So wurde das »Wer ist Blue?« auch nicht zum Hauptteil der Geschichte, sondern vielmehr Simons Weg zu sich selbst, und das auf unglaublich humorvolle und einfühlsame Weise, auf dem ihn seine Freunde und Familie begleiten.

Da es über Love, Simon* (bzw. Nur drei Worte) nun doch schon einige Rezensionen gibt, kam ich nicht umhin, die Kritik zu lesen, die der ein oder andere Leser hatte. Nein, besonders realistisch ist die Geschichte nicht. Doch welcher Young Adult Contemporary Roman ist das schon? Wir wollen über Mut lesen, über süße Protagonisten, darüber, dass Liebe funktionieren kann. Dass in allen Menschen das Gute steckt und sie einsichtig sind, auch wenn sie manchmal Fehler machen. Dass es glückliche, wenn auch verschrobene Familien gibt, die ihre Kinder lieben, egal was sie tun.

Fazit

Jeder, der eine süße, mutmachende und homorvolle Geschichte sucht, die tolle und liebenswerte Charaktere einbindet, sollte Love, Simon* (bzw. Nur drei Worte) lesen. Es mag ein Mainstream-Buch sein, das sowieso jeder liest; aber genau das ist das Tolle daran. Dass eine so süße Geschichte über einen schwulen Jungen und seine erste und so besondere Liebe zum gehypten Mainstream-Buch wurde. Und ich freue mich sehr darüber, dass es inzwischen ein Sequel über Leah gibt: Leah on the Offbeat*, die selbst bisexuell ist.

Humor: ●●●●○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●●○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●●●○

Weitere gern gelesene Eindrücke dazu:

Google. Es gibt so viele tolle Rezensionen dazu, dass ich mich und euch nicht beschränken möchte.

Trailer

Eure Hannah 🙂

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3 Gedanken zu “[Rezension] Love, Simon (Nur drei Worte) von Becky Albertalli

  1. […] Nur drei Worte* gibt’s doch auch schon seit 2016! Ja ja, ich weiß. Hier haben wir dieselbe Situation. Also fast, denn es handelt sich bei Love, Simon (Nur drei Worte)* von Becky Albertalli zwar um die Taschenbuchausgabe, aber auch um die Filmausgabe. Sie erscheint im Carlsen Verlag am 31. Mai 2018, hat 344 Seiten und kostet 8,99 €. Normalerweise mag ich Filmausgaben nicht besonders. Diese hier finde ich aber wirklich schön, unter anderem auch, weil sie sich am englischen Originalcover orientiert. In diesem Buch geht es um Simon, der seit Monaten Mails mit Blue austauscht. Blue geht auch auf seine Schule, aber wer er ist, weiß Simon nicht. Langsam entsteht eine zarte Liebe, doch dann bekommt irgendjemand diese Mails in die Hände, nur um sie auch noch zu veröffentlichen. Ich muss mich hier mal outen, ich habe dieses wunderbare Buch noch nicht gelesen. Ich habe es noch nicht mal im Regal stehen. Schande über mich! Ich muss es unbedingt noch lesen, bevor am 28. Juni 2018 endlich Kinostart in Deutschland ist – aber ich denke, diese Filmausgabe ist in dem Fall wie geschaffen für mich. Den Trailer findet ihr auch hier nachfolgend. 🙂 (Inzwischen gelesen und rezensiert!) […]

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