Orange Is the New Black Cover (© Rowohlt Verlag)

[Rezension] Orange Is the New Black von Piper Kerman

Na, wer hat die sechste Staffel Orange Is the New Black* viel zu schnell weggesuchtet und darf sich jetzt wieder ein Jahr gedulden, bis die nächste auf Netflix erscheint? Richtig: Ich. Und ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster zu sagen, dass es euch, die ihr diesen Beitrag lest, nicht anders ergangen ist. Glücklicherweise gibt es Lesefutter zu dieser wunderbar queeren Serie. Sie basiert nämlich auf den realen Erfahrung von Piper Kerman. In ihrem Buch Orange Is the New Black: Mein Jahr im Frauenknast* verarbeitet sie ihre 15-monatige Haftstrafe in einem Frauengefängnis, das letztendlich die Basis für die beliebte Netflix-Serie bildete. Es erschien in Deutschland im Januar 2015 im Rowohlt Verlag, hat 384 Seiten und kostet 9,99 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Das Buch beginnt wie die erste Staffel der Serie. Die gutsituierte Piper lebt mit ihrem Verlobten in Manhattan, als eines Tages klar wird: Sie muss für 15 Monate ins Gefängnis. Jugendsünden können Jahre später noch ihre Auswirkungen zeigen. Die Autorin nimmt uns mit in die Zelle und zeigt uns auf persönliche Weise, wie sie, als doch eher untypische Insassin, den Gefängnisalltag bestreitet. Viele der Serienfiguren basieren auf realen Personen, denen Piper Kerman begegnet ist und die sie auf die ein oder andere Weise beeinflusst haben.

Meine Meinung

Als ich nach dem Entdecken der Serie die ersten drei Staffeln innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte, musste ich mir irgendwie die Wartezeit zur vierten Staffel versüßen. Ich hatte mir schon damals gedacht, dass es wohl besser sei, ein bisschen Gras über das frische Serienerlebnis wachsen zu lassen, bevor ich mich der literarischen Vorlage annahm, und heute kann ich sagen: Das war genau richtig so. Das Gute ist: Ihr habt vermutlich die ersten beiden Staffeln schon eine Weile hinter euch und habt so genügend Abstand, um bedenkenlos direkt nach Beenden der sechsten Staffel zu diesem Buch zu greifen. Die Handlung lehnt sich nämlich an die besagten beiden ersten Staffeln an, danach geht die Serie in eine vollkommen andere Richtung.

Das Buch ist anders als die Serie. Darüber sollte man sich vorab im Klaren sein. Sonst ist man enttäuscht, weil man die gleichen Eigenarten der Charaktere oder den gleichen skurril-dramatischen Handlunsgverlauf erwartet. Das ist gleich: Piper muss für 15 Monate in den Frauenknast und zwar aufgrund dieser Jugendsünde, die sie begangen hat, als sie mit der »real-life-Alex« Cleary liiert war. Piper begegnet im Gefängnis Frauen, die Ähnlichkeit mit Taystee haben oder mit Crazy-Eyes; viele erkennt man im Buch wieder, auch wenn sie andere Namen haben und doch ein Fünkchen anders erscheinen.

Das ist anders: Pipers Verlobter hat mit dem »Loser« Larry kaum etwas gemein. Er unterstützt Piper, eröffnet eine Website für sie und hält so die Verwandten und Freunde über ihr Befinden auf lustige Weise auf dem Laufenden. Nach ihrer Entlassung ist Larry immer noch zur Stelle und seit 2006 sind die beiden verheiratet. Ihre frühere Geliebte Cleary ist in einem anderen Gefängnis untergebracht, deutlich älter als in der Serie dargestellt und – zum Leidwesen meiner großen Fangirl-Liebe zu Alex Vause – lange nicht so heiß. Für eine Weile begegnen sie sich allerdings wieder und diese Stelle im Buch war für mich so herrlich unkompliziert und undramatisch beschrieben, dass ich durchgehend schmunzeln musste. Im Gegensatz zur Serie enwtickelt sich Piper Kerman auch nicht zu so einem Anti-Publikumsliebling, das fand ich äußerst angenehm.

Die »real-life-Alex« Cleary Wolters verarbeitet ihre Erlebnisse übrigens in eigenen Memoiren: Wer mehr über die Hintergründe der Figur Alex Vause erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick in Out of Orange: A Memoir* werfen. Leider gibt es davon bisher keine deutsche Übersetzung.

Fazit

Man erfährt, wie die reale Piper ihren Gefängnisaufenthalt erlebt hat, findet zurück zu alten Freunden, die man so ähnlich aus der Serie kennt und man lernt die Hintergründe von OITNB kennen. Wer ein Buch über heiße, queere Frauenbezieheungen sucht – Finger weg! Das Buch ist als Ergänzung zur Serie zu sehen, die sich durch ihre Queerness großer Beliebtheit erfreut und bringt genau dann einen Mehrwert, wenn man es als eigenständig betrachtet.

Weil es sich um ein biografisches Buch handelt,
gibt es an dieser Stelle keine Punkteverteilung.

Weitere gern gelesene Eindrücke dazu:

MADAMETSCHENNYNana – Der BücherblogSL LESELUST

Eure Hannah 🙂

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