Indy Cover (© Ulrike Helmer Verlag)

[Rezension] Indy von Lina Kaiser

Lina Kaiser – Bloggerin, Podcasterin und Autorin lesbischer Themen. Auf frauverliebt.de* schreibt Lina über ihr lesbisches Leben, Filme Bücher; und vertont einiges inzwischen auch als Podcast. Vor einiger Zeit sind ihr Debütroman Im Abseits der Lichter* sowie dessen Nachfolger Tanz ins Flutlicht* im Butze Verlag erschienen. Während in ihren ersten beiden Romanen noch das Coming Out im Vordergrund steht und sich eher an ein jugendliches Publikum wendet, wachsen die Charaktere und die Themen, die sie beschäftigen, in ihrer neuen Veröffentlichung mit Lina mit. Der Inhalt richtet sich in diesem Buch an unsere Generation der Mittzwanziger, keinen Plan für’s Leben, den wir doch haben sollten. Das hat mich dann genug gereizt, um mit Indy* mein erstes Buch von Lina Kaiser zu lesen. 🙂 Es ist im März 2019 im Urlike Helmer Verlag erschienen, hat 186 Seiten und kostet 14,00 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Maya ist 25 und steht nicht nur kurz vor dem Ende ihres Studiums, sondern auch vor dem Scherbenhaufen ihrer Beziehung. Wozu überhaupt aufstehen? Doch wenn die Klingel nicht aufhört zu läuten, sieht man vielleicht doch mal nach – und wird von einer alten Schulfreundin überrascht, die man seit zehn Jahren nicht gesehen hat. Wenn sie dir dann einen Brief überreicht, der vermuten lässt, dass sich deine ehemalige beste Freundin – die du übrigens genauso lange nicht gesehen hast – etwas antun könnte, wer würde da nicht alles stehen und liegen lassen und sich in ein Abenteuer stürzen? Von Köln gelangen die beiden über Berlin nach Rom und beginnen sich langsam zu fragen, ob sie vielleicht noch aus einem anderen Grund zusammen unterwegs sind…

Meine Meinung

Das erste, worüber ich mich bei Indy* sehr gefreut habe: Endlich mal ein Buch, in dem die Protagonisten zumindest ungefähr so alt sind wie ich. Das freut mich deshalb so, weil es haufenweise Jugendbücher mit Teenager- und Schulproblemen gibt und mindestens genauso viele literarische Romane mit Protagonisten, die voll im Leben oder aber voll im Umbruch stehen und meistens jenseits der 30 sind. Indy jedoch ist ein Buch mit einer selbstverständlich lesbischen Protagonistin, die sich nicht erst finden muss, aber auch nicht schon zehn Jahre verheiratet ist.

Am besten gefallen hat mir am Buch der Anfang und das Ende. Zu Beginn lernen wir auf turbulente Weise nicht nur Maya, sondern direkt auch ihre alte Freundin Pia kennen, die an einem kaum ungünstigeren Zeitpunkt vor ihrer Tür stehen könnte. Die erste Szene macht unglaublich Spaß und bereitet einen auf das chaotische Abenteuer vor, das einen auf den folgenden Seiten erwartet. Maya und Pia könnten kaum unterschiedlicher sein, und genau darin liegt der Reiz der Geschichte. Diese Ausgangssituation zeigt im Verlauf der Handlung, dass die Dinge, vor denen wir grundsätzlich zurückschrecken, manchmal die Dinge sind, die wir brauchen und uns wachsen lassen.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich nur zum Teil nachvollziehen, warum Maya Pia verfällt. Was sie zu ihr hinzieht. Sie beschwert sich über Pias chaotische Art ohne Plan und gibt immer wieder ziemlich bissige und herblassende Kommentare von sich. Möglich, dass Maya sich dadurch nur selbst schützen will und sich damit gegen die Unordnung wehrt, die Pia in ihr Leben bringt. Deshalb hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr inneren Monolog gewünscht, um einen besseren Draht zur Protagonistin zu finden.

Der Mittelteil der Geschichte läuft sehr rasant. Die beiden machen sich auf den Weg, lösen Rätsel, begegnen fragwürdigen esoterischen Mitbewohnern, einem Mitfahrer, der nie zu schweigen scheint und reisen schnell vom einen Ort zum anderen. Lina Kaiser zeichnet sehr bunte Charaktere, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Trotzdem bleibt der Unterton der Geschichte ernst. Maya und Pia sind schließlich auf einer Rettungsmission.

Im letzten Drittel des Buchs ist eines der Kapitel aus Pias Blickwinkel geschrieben. Dieses Kapitel hat mir im Hinblick auf die Geschichte die Augen geöffnet und war für mich ein kleines Highlight. Da ich mich meistens sehr gut in Maya wiederfinden konnte, waren ihre Gedanken für mich oft nichts Neues, weil ich ähnliche Gedanken selbst hätte haben können. Pias Charakter unterscheidet sich von Mayas jedoch wie die Nacht vom Tag, weshalb ich dieses Kapitel besonders spannend fand. Ich verstand zum ersten Mal, was in Pia vor sich ging. Im Nachhinein hätte mich sehr interessiert, wie Pia diese Geschichte erzählt hätte.

Nichtsdestotrotz hat Lina Kaiser mit Indy* eine trotz der schweren Hintergrundthemen leichte Abenteuergeschichte geschrieben, die bestens unterhält und nicht zu schwer im Magen liegt.

Fazit

Indy* ist eine bunte Abenteuergeschichte über Freundschaft, Selbstfindung und ein kleines bisschen Liebe, die man gut zwischendurch lesen kann. Sie befasst sich zwar mit ernsten Themen wie Tod, Verlust und Selbstmord, geht dabei allerdings nicht zu sehr in die Tiefe. Sie bleibt eher auf dem Fokus der Protagonistin, die sich von einer Trennung erholt und herauszufinden versucht, was sie vom Leben will. Sowohl die Charaktere als auch die Handlungsorte sind sehr lebendig beschrieben, wodurch Lina Kaiser bunte Bilder im Kopf des Lesers entstehen lässt und ihn mit auf die Reise nimmt. Das Buch lässt sich schnell weglesen und eignet sich bestens für Zwischendurch. Es eignet sich gerade für Fans ihrer ersten beiden Romane Im Abseits der Lichter* und Tanz ins Flutlicht*, da der Leser so die Chance hat, mit der Autorin und den Charakteren mitzuwachsen.

Humor: ●●●○○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●●○○

Weitere gern gelesene Eindrücke dazu:

Peter Herold*

Eure Hannah 🙂

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2 Gedanken zu “[Rezension] Indy von Lina Kaiser

  1. […] Mit Indy* erscheint schon der dritte Roman von Bloggerin von frauverliebt.de und Autorin Lina Kaiser. Während in ihren ersten beiden Romanen noch das Coming Out im Vordergrund steht und sich eher an ein jugendliches Publikum wendet, wachsen die Charaktere und die Themen, die sie beschäftigen, in ihrer neuen Veröffentlichung mit Lina mit. Maya ist 25, am Ende ihres Studiums angekommen, frisch verlassen und hat so gar keine Ahnung, wohin sie das Leben führen soll. Eines Tages steht Mayas alte Bekannte Pia vor der Tür und hat den Brief einer gemeinsamen Jugendfreundin bei sich, der sich gefährlich nach Selbstmord anhört. So machen sich die beiden auf die Suche nach ihr – von Köln über Berlin nach Rom – ein kleines Abenteuer und ein Wettlauf gegen die Zeit. Nebenbei findet Maya nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu Pia… Auf diesen Roman mit einer Thematik, die ganz viele Mitt-Zwanziger betrifft, bin ich schon sehr gespannt. Er erscheint am 10. März 2019 im Ulrike Helmer Verlag, hat 192 Seiten und kostet 14,00 €. (Inzwischen gelesen und rezensiert!) […]

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