Was ist mit uns Cover (© Arctis Verlag)

[Rezension] Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera

Da ist es endlich – das gemeinsame Buchprojekt der beiden Bestseller-Autoren Becky Albertalli und Adam Silvera! Becky hat mit Love, Simon (Nur drei Worte) einen Volltreffer gelandet, auf den sogar noch das Sequel Ein Happy End ist erst der Anfang folgte. Adam schreibt einen queeren Young-Adult-Roman nach dem anderen und hatte seinen Durchbruch mit Am Ende sterben wir sowieso, einem Gegenwartsroman mit Fantasy-Elementen, in dem die beiden Jungen Rufus und Mateo ihren letzten Tag miteinander verbringen, bevor sie sterben. Nun haben sich die beiden für Was ist mit uns* zusammengefunden und ihre so unterschiedlichen Stile vereint. Ich freue mich, dass der Arctis Verlag die Geschichte nach Deutschland geholt hat.

Das Buch ist im September 2019 erschienen, hat 416 Seiten und kostet 19,00 €.

Kurzbeschreibung Inhalt

Arthur und Ben begegnen sich das erste Mal in einer Postfiliale in New York während eines Flashmobs. Ben hat sich vor Kurzem von seinem Freund getrennt und Arthur verbringt den Sommer aufgrund eines Praktikums in der Stadt, die niemals schläft. Danach gehen sich die beiden nicht mehr aus dem Kopf und versuchen alles, um sich wiederzufinden. Denn, wer weiß, vielleicht war ihre Begegnung ja Schicksal? Vielleicht sollten sie sich treffen und sind füreinander bestimmt – oder?

Meine Meinung

Auf Was ist mit uns* war ich unendlich gespannt. Ich liebe die Schreibstile der beiden Autoren, die doch so grundverschieden sind. Während Beckys Geschichten einfach wunderbar süß, liebenswert, positiv und irgendwie in einer eigenen Blase funktionieren, schreibt Adam meistens über Tod, Trauer und Verlust. Seine Charaktere sind meist nachdenklich und eher vorsichtig, während Beckys Charaktere vor Optimismus und Fröhlichkeit nur so strotzen. Diese Grundkonstellation ist einfach spannend und ich finde, es war sehr schnell klar, welcher Autor welchen Charakter gezeichnet hat (Becky den Waffle-House-liebenden, hyperaktiven, liebenswerten Arthur und Adam den etwas verhalteneren, in Trennung lebenden Puerto Ricaner Ben).

Tatsächlich machen für mich ebendiese Kontraste bezüglich der Charaktere und Schreibstile den größten Wert dieser Geschichte aus. Wer die Geschichten beider Autoren mochte, wird nicht darum herumkommen, sich auch ihr gemeinsames Werk vorzunehmen.

Die Grundidee der Geschichte liegt in den Fragen: Sind Begegnungen Schicksal? Sind zwei Menschen füreinander bestimmt? Und gleichzeitig: Wie sieht die Realität aus im gemeinsamen Kennenlernen und wie viel davon entspricht unserer Vorstellung der Liebe auf den ersten Blick? Ich glaube, die Geschichte ist hochaktuell, da die heutige Generation junger Menschen durch das Internet und Apps im Vergleich zu vor dieser Zeit sehr viel mehr herumdatet und gleichzeitig hohe Erwartungen an den perfekten Partner stellt. Dass ein Kennenlernen nie so verläuft, wie man sich das in seiner Vorstellung ausgemalt hat, kann da schon mal ein Rückschlag sein; doch gleichzeitig ist das einfach die Realität. Und genau das ist in meinen Augen ein großer Pluspunkt dieser Geschichte: Es ist kein Happily Ever After, nachdem sie sich das erste Mal in die Augen gesehen haben. Das Kennenlernen verspricht so viele Fettnäpfchen und unperfekte Momente, dass Ben und Arthur ihr erstes Date wieder und wieder stattfinden lassen. Dieser Reiz der Realitätsnähe im aktuellen Setting war für mich sehr erfrischend, da Liebesgeschichten, insbesondere im Jugendbuchbereich, doch häufig idealisiert werden.

Gleichzeitig hat das jedoch dafür gesorgt, dass ich emotional nicht so sehr mit den beiden mitgefiebert habe wie bei anderen Geschichten der beiden Autoren. Ich dachte mir selbst häufiger, »Oh Leute, wirklich? Seid ihr sicher, dass das mit euch unbedingt sein muss? Wollt ihr es nicht vielleicht ein bisschen zu sehr?«, wodurch ich mich immer wieder von den beiden distanziert habe.

Auf der anderen Seite werden Musical- und Harry-Potter-Fans mit diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Arthur liebt das Musical Hamilton mit Haut und Haaren, weshalb es in seinem Leben sehr viel Raum einnimmt. Es werden Songs zitiert, Musical-Darsteller vergöttert und die Bedeutung des Musicals gemeinsam mit Arthur und Ben erörtert. Harry Potter ist dafür hauptsächlich Bens Obsession, die er mit seinem besten Freund Dylan teilt, sodass ein gelegentlicher Film-Marathon in passenden Outfits zu Harrys Geburtstag völlig normal ist.

Die Charakterzeichnung haben beide Autoren ziemlich drauf. Auch wenn wir durch die zwei Sichtweisen verhältnismäßig viele Personen kennenlernen, ist jede einzigartig und charakterstark ausgearbeitet. Man fühlt sich beim Lesen umgeben von vielen, vielen unterschiedlichen Freunden. Das gefällt mir bei beiden Autoren immer sehr.

Fazit

Was ist mit uns* ist eine leichte Geschichte über die Frage, ob es Schicksal sein kann, dass sich zwei Personen begegnen und darüber, wie es nach dem »Endlich habe ich dich gefunden!« weitergeht. Sie zeigt, dass es sich lange nicht so reibungslos gestaltet, einen Menschen kennen und lieben zu lernen, wie wir uns das wünschen und wie es uns oft in Filmen oder Büchern verkauft wird. Dieser Realismus sorgte bei mir zwar dafür, dass ich emotional nicht so sehr involviert war wie bei den anderen Geschichten der Autoren, allerdings fand ich es erfrischend, darüber zu lesen, wie ein Kennenlernen im wahren Leben laufen kann. Gleichzeitig ist die Geschichte voll von Musical- (Hamilton) und Harry-Potter-Referenzen, durch die Fans voll auf ihre Kosten kommen. Wer die Geschichten der beiden Autoren liebt, sollte auch ihrem gemeinsamen Projekt eine Chance geben; wer noch nichts von ihnen gelesen hat, kann sich durch die Geschichte einen Eindruck darüber verschaffen, ob die Schreibstile einem zusagen und somit auch ihre anderen Bücher gefallen könnten.

Humor: ●●●●○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●○○

Weitere gern gelesene Eindrücke dazu:

Buch & Gewitter*Buchstabenträumerei*CorniHolmes*

Eure Hannah 🙂

*DIESE LINKS FÜHREN ZU EXTERNEN SEITEN, AUF DENEN IHR MEHR INFORMATIONEN ZUM JEWEILIGEN SCHLAGWORT FINDET. DAS KÖNNEN Z.B. VERLAGSSEITEN SEIN, NACHRICHTENSEITEN ODER HOMEPAGES DER AUTOREN. DIE VERLINKUNGEN ERFOLGEN FREIWILLIG UND WERDEN NICHT VERGÜTET.

7 Gedanken zu “[Rezension] Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera

  1. Hallo,

    Ich hab das Buch schon etwa ein halbes Jahr nach dem es auf Englisch erschienen ist gelesen. Gekauft hab ichs mir aber am Erscheinungstag. Ich war aber irgendwie abgeschreckt und wollte es nie wirklich lesen. Irgendwann hab ich mich dann doch drüber getraut und ich fand es okay. Ich mag ihre einzelnen Werke lieber aber dieses Buch war nicht schlecht. Es hat mir nur eben nicht so gefallen wie zB Love Simon oder We both die at the End. Das Buch war mir teils zu langatmig und auch der ständige Schreibstilwechsel ist nichts für mich.
    Hab schon auf deine Rezension gewartet nach dem du es schon im September glaube ich auf Instagram gepostet hattest.
    Die ganzen Harry Potter Referenzen hab ich mittlerweile vergessen. Aber vielleicht werde ich es irgendwann ja wieder lesen. Lese Bücher gerne öfter. :))
    LG Betty

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Betty,
      ich kann sehr gut nachempfinden, wie es dir beim Lesen ging. Dadurch, dass beide Stile vermischt wurden, stand kein Stil herausragend allein. Es gab eben beide Richtungen, die nicht so intensiv wie in ihren anderen Werken herausgearbeitet wurden. Genau dadurch war ich auch nicht so tief drin in der Geschichte. Ich kann deine Gedanken dazu also sehr gut verstehen!
      Liebe Grüße,
      Hannah 😊

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  2. […] Was ist mit uns* ist die ultimative Verschmelzung zweier gefeierter Jugendbuch-Autoren: Becky Albertalli und Adam Silvera. Mit Love, Simon und Ein Happy End ist erst der Anfang verzauberte uns Becky Albertalli, mit Am Ende sterben wir sowieso und Was mir von dir bleibt zog uns Adam Silvera in den Abgrund. Nun erscheint ein gemeinsames Buch von den beiden, in dem es um die zufällige(?) Begegnung von Ben und Arthur geht. Sind sie füreinander bestimmt oder sollten sich ihre Wege doch lieber wieder trennen? Ich hoffe, dass die beiden Autoren auch gemeinsam überzeugen und bin sehr gespannt, wie sich das im Schreibstil widerspiegelt. Das Buch erscheint am 20. September im Arctis Verlag, hat 416 Seiten und kostet 19,00 €. (Inzwischen gelesen und rezensiert!) […]

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  3. Liebe Hannah,
    ich habe das Buch letztes Jahr auf Englisch gehört und rezensiert und fand es SO toll, einfach herrlich witzig, liebenswert und so wundervoll realistisch. Genau das, was du angesprochen hast, hat mir nämlich auch so gut gefallen. Sie treten in Fettnäpfchen, es läuft nicht perfekt, sie machen sich online und real Gedanken um den anderen, sie finden sich nicht sofort wieder und es gibt do-Overs, obwohl es eigentlich kein perfektes erstes Date gibt. Ich selbst hatte noch nie eins, aber manche sind dann doch nah dran, kommt eben auf die Person an manchmal ist unperfekt eben perfekt.
    Viele Grüße
    Yvonne 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Yvonne,
      es freut mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Als Hörbuch stelle ich mir das auch toll vor… ☺️ da haben die beiden Autoren gemeinsam einfach etwas geschaffen, das unerwartet ist und realistisch mitreißt. Über perfekte Dates hatte ich mir bis dato noch keine Gedanken gemacht, weil ich nie so hohe Erwartungen hatte an das WAS, eher an das WIE, deshalb war der Teil für mich sehr amüsant. 😀
      Liebe Grüße, Hannah 😊

      Gefällt 1 Person

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