Die besten LGBT Bücher 2019

[Highlights] Die besten LGBT-Bücher 2019

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr! Ich hoffe, ihr seid alle gut angekommen und habt Lust, mit mir das Lesejahr 2019 Revue passieren zu lassen. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf diejenigen queeren Bücher, die ich im Jahr 2019 am besten fand und die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind. Die ausgesuchten Bücher in diesem Beitrag zählen zu meinen absoluten Jahreshighlights. Zur Auswahl standen alle LGBT+-Bücher, die ich im Jahr 2019 gelesen habe und die auch im selben Jahr erschienen sind. Es war gar nicht so einfach mich festzulegen, denn auch im letzten Jahr sind wieder viele tolle Bücher erschienen. Die Reihenfolge ist alphabetisch und nicht nach einer Rangliste festgelegt und die Links führen euch zu den jeweiligen Rezension.

Alles okay von Nina LaCour

Alles okay Cover (© Hanser Verlag)
Alles okay Cover (© Hanser Verlag)

Alles okay ist eine Erscheinung, über die ich mich einfach so sehr gefreut habe. Nina LaCours Schreibstil ist wunderschön – einfach, aber dennoch poetisch – und von einer Schwermütigkeit geprägt, die einen sanft einhüllt. Es geht um Marin, die einen schweren Verlust erlitten hat und, anstatt sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen, einfach davongelaufen ist. Die Geschichte spielt kurz vor Weihnachten und beschreibt die leise Annäherung, die Marin nach langem Schweigen wieder zu ihrer besten Freundin Mabel aufbaut und die vor Marins Verlust noch mehr für sie gewesen war. In diesem Buch erwartet euch pure Melancholie, die am Ende Hoffnung auf Besserung zulässt.

Der Atem einer anderen Welt (Wayward Children #1-3) von Seanan McGuire

Der Atem einer anderen Welt Cover (© Fischer TOR Verlag)
Der Atem einer anderen Welt Cover (© Fischer TOR Verlag)

Der Atem einer anderen Welt ist ein ganz besonderes Buch. Eigentlich umfasst es gleich drei Geschichten über die Wayward Children, die im Englischen als einzelne Bücher erschienen sind. Es spielt zwar in unserer realen Welt, handelt jedoch von Kindern, die einst in Zauberwelten vorgedrungen waren, in ein Kaninchenloch gefallen oder durch Portale in Kleiderschränken neue Welten erkundet haben und von diesen wieder in unsere reale Welt zurückgesandt wurden. Schon klar, dass Nancy es mit einem bunten Haufen zu tun hat, als sie »Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen« betritt. Die Charaktere sind völlig natürlich total divers – Nancy ist asexuell, Kade trans und Jack lesbisch, kulturell bleiben auch keine Wünsche offen. Und über allem schwebt der skurrile, etwas morbide Humor, der sich durch alle Welten und Geschichten zieht.

Der Zauber der verlorenen Dinge von Moïra Fowley-Doyle

Der Zauber der verlorenen Dinge Cover (© cbj Verlag)
Der Zauber der verlorenen Dinge Cover (© cbj Verlag)

Der Zauber der verlorenen Dinge von Moïra Fowley-Doyle vereint Mystik mit Alltäglichkeit – und zusätzlich haufenweise starker, queerer, weiblicher Protagonisten. Dieses Buch ist auf leise weise einzigartig und für mich eine besondere Überraschung gewesen. Bei dem Titel erwartet man Zauberei, vielleicht auch Drama oder Action. Tatsächlich halten sich die Fantasyelemente in Grenzen und es gibt keine Zauberer, Hexen, Werwölfe oder Vampire. Vielmehr geht es um den Zauber, der in den alltäglichen Dingen steckt, in jeder Hoffnung, jedem Wunsch, in uns allen. Ob ein wahrer Zauber dahintersteckt – das gilt es für den Leser selbst zu entscheiden. Die Stimmung ist mystisch, manchmal schwermütig angehaucht und wird getragen von Freundschaft und neuen Verbindungen, die entdeckt werden, bis hin zu einer neuen Liebe. Sehr zu empfehlen für alle, die ruhige Geschichten lieben, die sich nur langsam entfalten, dafür aber lange haften bleiben.

Ramona Blue von Julie Murphy

Ramona Blue Cover (© Fischer Verlag)
Ramona Blue Cover (© Fischer Verlag)

Julie Murphys Ramona Blue hat die queere Buch-Community gespalten. Für mich ist es ein wahres Highlight, weil es Fortschritt bedeutet. Im Mittelpunkt steht das lesbische Mädchen Ramona, das nach und nach Gefühle für ihren besten Freund Freddie entwickelt. Es zeigt, dass Sexualität nicht in Stein gemeißelt ist und dass Labels etwas sind, das zwar helfen, aber auch einschränken kann. Für mich bedeutet die Geschichte vor allem, dass Schubladendenken aufgebrochen wird und wir uns in Menschen verlieben. Unabhängig ihres Geschlechts. Zusätzlich bietet Ramonas Geschichte auch viel Tiefgang. Von ihrer Mutter verlassen kämpfen sich Ramonas schwangere Schwester Hattie und ihr Vater gemeinsam in einer Wohnwagensiedlung in Eulogy, Mississippi durch, nachdem sie all ihr Hab und Gut durch den Hurrikan Katrina verloren haben. Das Buch ist warmherzig und witzig und macht Mut, nach vorne zu blicken.

Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera

Was ist mit uns Cover (© Arctis Verlag)
Was ist mit uns Cover (© Arctis Verlag)

In Was ist mit uns vereinen sich die beiden Erfolgsautoren Becky Albertalli und Adam Silvera erstmals in einem gemeinsamen Werk. Es ist ein süßes UND nachdenkliches Buch über die »Liebe oder Nicht-Liebe auf den ersten Blick« und darüber, wie es nach dem Happy End weitergeht. Finden sich zwei Menschen, die zusammengehören, einfach so durch eine zufällige Begegnung? Sind sie füreinander bestimmt, oder soll es im Moment nicht sein? Ben und Arthur nehmen uns mit auf eine Reise voll unperfekter erster Dates, voll Musicals und Harry-Potter-Verweise, voll Kultur und New Yorker Leben. Ein wohltuendes und realistisches queeres Jugendbuch, das mich sehr gut unterhalten hat.

Was so in mir steckt von Barry Jonsberg

Was so in mir steckt Cover (© cbj Verlag)
Was so in mir steckt Cover (© cbj Verlag)

Was so in mir steckt von Barry Jonsberg hat mich vollkommen überrascht und aus den Socken gepustet. Ich habe mich wahnsinnig in den Humor des Protagonisten Rob verliebt und ständig vor mich hingekichert. Der Autor erschafft eine so herzliche und gleichzeitig lustige Welt, dass man gar nicht anders kann, als jede Seite zu lieben. Es ist eine nette Geschichte, bis die Auflösung kommt. Dass Rob trans ist, kann man als sensibler Leser relativ früh erahnen, und das ist auch nicht die Auflösung, von der ich rede. Nein – in der Auflösung beschäftigt sich Barry Jonsberg auf authentische Weise mit dem Thema Transgender, ohne dabei belehrend zu wirken oder zu dick aufzutragen. Es lässt einen die gesamte Geschichte nochmal in neuem Licht betrachten und schafft es damit, dem Leser das Thema auf sensible Weise näherzubringen, sodass man gar nicht anders kann, als tiefes Verständnis zu zeigen und den kleinen Rob als den lustigen Jungen in sein Herz zu schließen, der er ist.

Habt ihr eines oder sogar mehrere der Bücher gelesen? Was waren eure queeren Buchhighlights in 2019?

Eure Hannah 🙂

5 Gedanken zu “[Highlights] Die besten LGBT-Bücher 2019

  1. Neben dem erwähnten „Was so in mir steckt“ sind es für mich „Die Sparsholt-Affäre“ von Alan Hollinghurst und zwei Sachbücher „Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund“ von Jayrome C. Robinet und Guy Hocquenghems „Das homosexuelle Begehren.“

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  2. ‚Und der Himmel ist doch bunt‘ von Stephanie Mangliers war mein queeres Highlight in 2019. Vielleicht sogar inhaltlich besser noch als ‚Nur drei Worte‘ von Becky Albertalli, aber auch mit einer 1,5 – 2 seitigen Szene, die es im Buch nicht gebraucht hätte, aber trotzdem ein verdammt gutes Buch.

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