Giovannis Zimmer Cover (© dtv Verlag)

[Rezension] Giovannis Zimmer von James Baldwin

Auf James Baldwin wurde ich erst durch die Neuauflagen seiner Werke beim dtv Verlag Anfang 2018 aufmerksam, der allen seinen Werken nach und nach neue, zueinander passende Gewänder und Übersetzungen verleiht. Mit Von dieser Welt* gelang James Baldwin 1953 der Durchbruch als Schriftsteller. Mit seinem zweiten Roman Giovannis Zimmer* verlor er seinen Verlag und bekam von seiner Agentin den Rat, das Manuskript zu verbrennen. 1956 fand der Autor dann doch einen Verlag, der sich seiner Geschichte annahm und sorgte mit der Veröffentlichung für einen Skandal. In Deutschland erschien der Roman erstmals 1963 und war danach für lange Zeit vergriffen – bis er bei dtv nun im Februar 2020 in Neuübersetzung erschien. Weiterlesen »

Die Überflüssigkeit der Dinge Cover (© Hoffmann & Campe Verlag)

[Rezension] Die Überflüssigkeit der Dinge von Janna Steenfatt

Wer mir auf Instagram folgt, hat es vielleicht schon mitbekommen: Letzten Monat bin ich mit meiner Freundin vom Bodensee nach Hamburg gezogen. Weiter weg geht ja kaum. 😀 Als ich die Beschreibung von Die Überflüssigkeit der Dinge* gelesen habe, wusste ich, ich kann dieses Buch nicht nicht lesen. Deutschsprachige Autorin, über eine queere Protagonistin meiner Generation, Ort des Geschehens: Hamburg. Own-Voices-Autoren haben es auf dem deutschen Buchmarkt extrem schwer von eher großen bzw. Verlagen anspruchsvoller Literatur angenommen und nicht als Nischenprodukt abgestempelt zu werden. Weiterlesen »

Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter Cover (© Ueberreuter Verlag)

[Rezension] Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter von Hansjörg Nessensohn

Zu Weihnachten habe ich von meiner Mutter dieses Buch bekommen mit den Worten: »Es spielt auf Mallorca und passt sogar zu deinem Blog!«, da ich letztes Jahr dort im Urlaub war und meine Mutter ein Faible für zum Urlaubsort passende Literatur hat. Im Nachhinein bin ich mehr als froh, dass ich diese Geschichte nicht schon im Urlaub gelesen habe, denn die Themen sind alles andere als leicht. Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter* ist Hansjörg Nessensohns Debüt und eine der wenigen queeren Nicht-Übersetzungen in einem großen Verlag.Weiterlesen »

Von wegen versprochen Cover (© Ylva Verlag)

[Rezension] Von wegen versprochen von G Benson

Es gibt schönere Cover. Und ich kann es nicht schönreden. Allerdings ist es ja glücklicherweise so, dass es auf den Inhalt ankommt, und der ist in diesem Fall eine kleine Besonderheit. Während es sich im Englischen schon etabliert hat, für nicht-binäre Personen die Pronomen they/them zu verwenden, gibt es im Deutschen dafür noch kein Patentrezept. Und Von wegen versprochen* ist einer der ersten Versuche, geschlechtsneutrale Pronomen in Buchform auf einen enby Charakter anzuwenden. Weiterlesen »

Schwarzer Leopard, roter Wolf Cover (© Heyne Hardcore)

[Rezension] Schwarzer Leopard, roter Wolf von Marlon James

Als vor einiger Zeit die Erscheinung von Schwarzer Leopard, roter Wolf* bekannt gegeben wurde, war ich ziemlich freudig gespannt. Nicht nur war gerade erst die amerikanische Originalversion erschienen, die hochgelobt wurde, sondern bildet der dicke Schinken auch den Auftakt einer queeren High-Fantasy-Own-Voices-Trilogie über afrikanische Mythologie. Wie krass ist diese Zusammensetzung bitte? 😉 Darüber hinaus wird die Geschichte mit Game of Thrones verglichen, bzw. als afrikanische Version dessen bezeichnet. Weiterlesen »

Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Cover (© Knaur Verlag)

[Rezension] Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. von Sarah Stovell

Als ich kürzlich durch Zufall wieder mit einer Jugendfreundin in Kontakt kam, erzählte sie mir von ihrer Dissertation, wofür sie aktuell Literatur des Genres »Domestic Noir« untersucht. Ich als Laie hatte davon noch nie gehört, aber schnell war klar, dass sich dieses Genre in den letzten Jahren größter Beliebtheit erfreut hat – von »Gone Girl« über »Big Little Lies« hin zu »Girl on the Train«. Charakteristisch für Domestic Noir Fiction ist die Umkehrung des sicheren Zuhauses in eine Bedrohung. Wenn sich also z.B. der eigene Partner als Psychopath herausstellt oder ihm einfach nicht mehr zu trauen ist. Doch gibt es solche Bücher auch über gleichgeschlechtliche Beziehungen? Das habe ich in meiner Instagram-Story gefragt und viele hilfreiche Tipps bekommen. Das Buch, das am nahesten herankam, war Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.* (Originaltitel: Exquisite) von Sarah Stovell. Und die Geschichte klang so vielvesprechend, dass ich sie direkt lesen musste. Weiterlesen »

Aus der Rolle gefallen Cover (© Ylva Verlag)

[Rezension] Aus der Rolle gefallen von Lee Winter

Als ich letzten Monat auf der Frankfurter Buchmesse war, habe ich auch die Verlegerin des Ylva Verlags, Astrid Ohletz, wiedergetroffen. Der Ylva Verlag ist einer von nur zwei queeren Verlagen, die auf der Buchmesse zu finden sind – und man fühlt sich dort sofort willkommen. Was dazu führt, dass man ins Plaudern gerät und völlig die Zeit vergisst und gar nicht ohne Lesestoff wieder gehen kann! Aus der Rolle gefallen* wurde mir von der Verlegerin persönlich ans Herz gelegt. Das amerikanische Original scheint bei den LeserInnen unglaublich gut anzukommen und ich glaube, ich verstehe warum. In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr darüber, doch was ich jetzt schon verraten kann ist, dass es genau das Richtige für Grey’s-Anatomy-Fans ist. 😀 Weiterlesen »

Der Zauber der verlorenen Dinge Cover (© cbj Verlag)

[Rezension] Der Zauber der verlorenen Dinge von Moïra Fowley-Doyle

Nicht nur der Name der Autorin klingt irgendwie besonders und verheißungsvoll, sondern auch der Titel ihres neuen Jugendromans Der Zauber der verlorenen Dinge* machte mich neugierig. Dinge, die verschwinden, Zauber, die gesprochen werden, mehrere weibliche queere und auch in sonstiger Hinsicht diverse Hauptcharaktere – das musste ich einfach lesen. Die Geschichte war ein wenig anders als erwartet und für mich völlig überraschend grandios – sie ist etwas Besonderes, das wahrscheinlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Und gerade das sind die Bücher, die für mich besonders reizvoll sind.

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Was ist mit uns Cover (© Arctis Verlag)

[Rezension] Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera

Da ist es endlich – das gemeinsame Buchprojekt der beiden Bestseller-Autoren Becky Albertalli und Adam Silvera! Becky hat mit Love, Simon (Nur drei Worte) einen Volltreffer gelandet, auf den sogar noch das Sequel Ein Happy End ist erst der Anfang folgte. Adam schreibt einen queeren Young-Adult-Roman nach dem anderen und hatte seinen Durchbruch mit Am Ende sterben wir sowieso, einem Gegenwartsroman mit Fantasy-Elementen, in dem die beiden Jungen Rufus und Mateo ihren letzten Tag miteinander verbringen, bevor sie sterben. Nun haben sich die beiden für Was ist mit uns* zusammengefunden und ihre so unterschiedlichen Stile vereint. Ich freue mich, dass der Arctis Verlag die Geschichte nach Deutschland geholt hat.

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