Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Cover (© Knaur Verlag)

[Rezension] Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. von Sarah Stovell

Als ich kürzlich durch Zufall wieder mit einer Jugendfreundin in Kontakt kam, erzählte sie mir von ihrer Dissertation, wofür sie aktuell Literatur des Genres »Domestic Noir« untersucht. Ich als Laie hatte davon noch nie gehört, aber schnell war klar, dass sich dieses Genre in den letzten Jahren größter Beliebtheit erfreut hat – von »Gone Girl« über »Big Little Lies« hin zu »Girl on the Train«. Charakteristisch für Domestic Noir Fiction ist die Umkehrung des sicheren Zuhauses in eine Bedrohung. Wenn sich also z.B. der eigene Partner als Psychopath herausstellt oder ihm einfach nicht mehr zu trauen ist. Doch gibt es solche Bücher auch über gleichgeschlechtliche Beziehungen? Das habe ich in meiner Instagram-Story gefragt und viele hilfreiche Tipps bekommen. Das Buch, das am nahesten herankam, war Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.* (Originaltitel: Exquisite) von Sarah Stovell. Und die Geschichte klang so vielvesprechend, dass ich sie direkt lesen musste. Weiterlesen »

Die Welt in allen Farben Cover (© HarperCollins Verlag)

[Rezension] Die Welt in allen Farben von Joe Heap

Auf Die Welt in allen Farben* von Joe Heap habe ich mich eine gefühlte Ewigkeit gefreut, denn während Jugendbücher mit queeren Protagonisten in großen Verlagen immer mehr werden, hinkt die Erwachsenenliteratur da doch noch sehr hinterher. Außerdem ist dieser Roman neben den Ava-Lee-Büchern der einzige über eine Beziehung zwischen zwei Frauen, der von einem Mann geschrieben wurde und den ich gelesen habe. Das ist einfach nach wie vor eine Seltenheit. Als wenn diese Gründe nicht schon reichen würden, um nach diesem Buch zu greifen, ist die Ausgangssituation der Geschichte auch noch unglaublich spannend: nach lebenslanger Blindheit durch eine Operation plötzlich sehen zu können. Weiterlesen »

Like a (bad) Dream Cover (© Juliane Seidel, Hrsg.)

[Rezension] Like a (bad) Dream: Benefizanthologie von Juliane Seidel (Hrsg.)

Vor ganzen 18 Jahren startete meine Bloggerkollegin Juliane Seidel ihren queeren Rezensionsblog Like a Dream* – damals noch mit dem Schwerpunkt Manga und Comic. Mit der Zeit baute sie ihn immer weiter aus und rezensiert inzwischen jegliche queere Literatur mit einer besonderen Vorliebe für Fantasy und Jugendromane. Schon ihren 15. Bloggeburtstag feierte sie mit der Herausgabe einer Benefizanthologie, die 15 Kurzgeschichten deutschsprachiger Autoren enthält sowie eine von Juliane selbst beigesteuerte. Zur Volljährigkeit ihres Blogs sollte nun eine weitere Benefizanthologie her, thematisch etwas düsterer, wozu sich wieder 18+1 Autoren zusammenfanden. Leider ist der Autor Kai Brodersen während der Planung seiner Kurzgeschichte viel zu früh durch sein Krebsleiden verstorben, weshalb in diesem Buch ein Platzhalter für seine Kurzgeschichte zu finden ist und letztendlich die gesamte Veröffentlichung ihm gewidmet wurde. Weiterlesen »

Sadie Cover (© Verlag Beltz & Gelberg)

[Rezension] Sadie von Courtney Summers

Sadie* habe ich kennengelernt, als mir mehr und mehr englischsprachige Lesermeinungen dazu über den Weg gelaufen sind. Sadie sollte außergewöhnlich sein, intensiv und die Charaktere weit entfernt von heteronormativ. Beltz & Gelberg hat der deutschen Sadie eine Stimme gegeben, einen (wie ich finde) sehr stimmungsintensiven Buchtrailer entstehen lassen, den ihr am Ende des Beitrags findet, und durch die Seite findsadie.de* eine fast schon zu realistische Wirkung der Geschichte erzeugt. Man bekommt dadurch das Gefühl, West sei tatsächlich und genau in diesem Moment auf der Suche nach Sadie. Weiterlesen »

HYDE Cover (© Beltz & Gelberg Verlag)

[Rezension] HYDE von Antje Wagner

Es gibt Bücher, die hinterlassen ein wohliges Gefühl, nachdem man den letzten Satz gelesen, nachdem man sie zugeklappt hat, von denen man weiß, jetzt ist die Geschichte zu Ende – sie ist fertig erzählt. Und es gibt Bücher wie HYDE*, bei denen das wahre Kopfzerbrechen, Rückschlüsse und Mutmaßungen erst nach dem Lesen so richtig beginnen. Die deutsche Autorin Antje Wagner ist bekannt für ihre düsteren, mystischen und literarisch hochwertigen (Jugend-)Romane – und vor allem für deren Andersartigkeit (im positiven Sinne). Als sie mir von diesem Projekt erzählte, stand es für mich außer Frage, dass ich auch HYDE unbedingt lesen musste, da ich schon von ihrem früheren Roman Schattengesicht begeistert war. Antje ist übrigens nicht nur eine begnadete Schriftstellerin, sondern auch ungemein sympatisch. Man merkt, wie viel Leidenschaft sie in ihre Geschichten steckt!

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Schattengesicht Cover (© Ulrike Helmer Verlag)

[Rezension] Schattengesicht von Antje Wagner

Durch die Leserunde zu Der Schein von Ella Blix kam ich mit der einen Hälfte des Autorenduos, Antje Wagner, ins Gespräch. Dass sie schon einige von ihren Lesern hochgeschätzte (Jugend-)Romane geschrieben hatte, war mir durchaus bewusst, trotzdem hatte ich bis dato noch nie zu einem dieser gegriffen. Hannah, könnte Schattengesicht* nicht was für dich und deinen Blog sein? − Möglich, keine Ahnung. Es hat mich schon angelächelt. Der Klappentext hält sich ja sehr bedeckt. Aber Moment mal. Neuerscheinung? Über das Buch bin ich doch früher schon mal gestolpert, das gibt’s doch schon länger. Stimmt. Es erschien im Februar 2018 als Neuauflage im Ulrike Helmer Verlag, kam aber erstmals 2010 im Querverlag raus und war eine ganze Zeit lang vergriffen. Fast ohne irgendeine Ahnung vom Inhalt dieses Buchs ging ich das Lesen relativ blauäugig an. Und jetzt, einige Tage nach Beendigung, lässt es mich immer noch nicht los, ich durchlebe die Szenen wieder und wieder und versuche, die Lücken zu schließen und die Geschichte weniger aufwühlend werden zu lassen. Weiterlesen »

Niemand wird sie finden Cover (© cbj Verlag)

[Rezension] Niemand wird sie finden von Caleb Roehrig

Achtung – ich komme mal eben mit einem Jugendthriller um die Ecke: Niemand wird sie finden* von Caleb Roehrig. Der Name sagt euch nichts? Macht nichts, ist ja auch sein erster Roman. 😉 Auch auf diese Geschichte bin ich nur zufällig in meiner Buchhandlung aufmerksam geworden. Explizit ist im Klappentext von irgendwas LGBT+-Mäßigem nicht die Rede. Ich muss aber sagen, dass ich das gar nicht so schlecht finde. Jemand, der nach so etwas sucht, wird den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen, und jemand, der nicht danach sucht, beschäftigt sich vielleicht beim Lesen mit einem Thema, das er sich nicht bewusst ausgesucht hätte und erweitert so seinen Horizont. 😀Weiterlesen »