Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter Cover (© Ueberreuter Verlag)

[Rezension] Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter von Hansjörg Nessensohn

Zu Weihnachten habe ich von meiner Mutter dieses Buch bekommen mit den Worten: »Es spielt auf Mallorca und passt sogar zu deinem Blog!«, da ich letztes Jahr dort im Urlaub war und meine Mutter ein Faible für zum Urlaubsort passende Literatur hat. Im Nachhinein bin ich mehr als froh, dass ich diese Geschichte nicht schon im Urlaub gelesen habe, denn die Themen sind alles andere als leicht. Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter* ist Hansjörg Nessensohns Debüt und eine der wenigen queeren Nicht-Übersetzungen in einem großen Verlag.Weiterlesen »

Von wegen versprochen Cover (© Ylva Verlag)

[Rezension] Von wegen versprochen von G Benson

Es gibt schönere Cover. Und ich kann es nicht schönreden. Allerdings ist es ja glücklicherweise so, dass es auf den Inhalt ankommt, und der ist in diesem Fall eine kleine Besonderheit. Während es sich im Englischen schon etabliert hat, für nicht-binäre Personen die Pronomen they/them zu verwenden, gibt es im Deutschen dafür noch kein Patentrezept. Und Von wegen versprochen* ist einer der ersten Versuche, geschlechtsneutrale Pronomen in Buchform auf einen enby Charakter anzuwenden. Weiterlesen »

Schwarzer Leopard, roter Wolf Cover (© Heyne Hardcore)

[Rezension] Schwarzer Leopard, roter Wolf von Marlon James

Als vor einiger Zeit die Erscheinung von Schwarzer Leopard, roter Wolf* bekannt gegeben wurde, war ich ziemlich freudig gespannt. Nicht nur war gerade erst die amerikanische Originalversion erschienen, die hochgelobt wurde, sondern bildet der dicke Schinken auch den Auftakt einer queeren High-Fantasy-Own-Voices-Trilogie über afrikanische Mythologie. Wie krass ist diese Zusammensetzung bitte? 😉 Darüber hinaus wird die Geschichte mit Game of Thrones verglichen, bzw. als afrikanische Version dessen bezeichnet. Weiterlesen »

Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Cover (© Knaur Verlag)

[Rezension] Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. von Sarah Stovell

Als ich kürzlich durch Zufall wieder mit einer Jugendfreundin in Kontakt kam, erzählte sie mir von ihrer Dissertation, wofür sie aktuell Literatur des Genres »Domestic Noir« untersucht. Ich als Laie hatte davon noch nie gehört, aber schnell war klar, dass sich dieses Genre in den letzten Jahren größter Beliebtheit erfreut hat – von »Gone Girl« über »Big Little Lies« hin zu »Girl on the Train«. Charakteristisch für Domestic Noir Fiction ist die Umkehrung des sicheren Zuhauses in eine Bedrohung. Wenn sich also z.B. der eigene Partner als Psychopath herausstellt oder ihm einfach nicht mehr zu trauen ist. Doch gibt es solche Bücher auch über gleichgeschlechtliche Beziehungen? Das habe ich in meiner Instagram-Story gefragt und viele hilfreiche Tipps bekommen. Das Buch, das am nahesten herankam, war Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.* (Originaltitel: Exquisite) von Sarah Stovell. Und die Geschichte klang so vielvesprechend, dass ich sie direkt lesen musste. Weiterlesen »

Der Zauber der verlorenen Dinge Cover (© cbj Verlag)

[Rezension] Der Zauber der verlorenen Dinge von Moïra Fowley-Doyle

Nicht nur der Name der Autorin klingt irgendwie besonders und verheißungsvoll, sondern auch der Titel ihres neuen Jugendromans Der Zauber der verlorenen Dinge* machte mich neugierig. Dinge, die verschwinden, Zauber, die gesprochen werden, mehrere weibliche queere und auch in sonstiger Hinsicht diverse Hauptcharaktere – das musste ich einfach lesen. Die Geschichte war ein wenig anders als erwartet und für mich völlig überraschend grandios – sie ist etwas Besonderes, das wahrscheinlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Und gerade das sind die Bücher, die für mich besonders reizvoll sind.

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Was ist mit uns Cover (© Arctis Verlag)

[Rezension] Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera

Da ist es endlich – das gemeinsame Buchprojekt der beiden Bestseller-Autoren Becky Albertalli und Adam Silvera! Becky hat mit Love, Simon (Nur drei Worte) einen Volltreffer gelandet, auf den sogar noch das Sequel Ein Happy End ist erst der Anfang folgte. Adam schreibt einen queeren Young-Adult-Roman nach dem anderen und hatte seinen Durchbruch mit Am Ende sterben wir sowieso, einem Gegenwartsroman mit Fantasy-Elementen, in dem die beiden Jungen Rufus und Mateo ihren letzten Tag miteinander verbringen, bevor sie sterben. Nun haben sich die beiden für Was ist mit uns* zusammengefunden und ihre so unterschiedlichen Stile vereint. Ich freue mich, dass der Arctis Verlag die Geschichte nach Deutschland geholt hat.

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Die Welt in allen Farben Cover (© HarperCollins Verlag)

[Rezension] Die Welt in allen Farben von Joe Heap

Auf Die Welt in allen Farben* von Joe Heap habe ich mich eine gefühlte Ewigkeit gefreut, denn während Jugendbücher mit queeren Protagonisten in großen Verlagen immer mehr werden, hinkt die Erwachsenenliteratur da doch noch sehr hinterher. Außerdem ist dieser Roman neben den Ava-Lee-Büchern der einzige über eine Beziehung zwischen zwei Frauen, der von einem Mann geschrieben wurde und den ich gelesen habe. Das ist einfach nach wie vor eine Seltenheit. Als wenn diese Gründe nicht schon reichen würden, um nach diesem Buch zu greifen, ist die Ausgangssituation der Geschichte auch noch unglaublich spannend: nach lebenslanger Blindheit durch eine Operation plötzlich sehen zu können. Weiterlesen »

Was so in mir steckt Cover (© cbj Verlag)

[Rezension] Was so in mir steckt von Barry Jonsberg

Für Was so in mir steckt* von Barry Jonsberg habe ich mich eigentlich anfangs deshalb entschieden, um noch ein bisschen mehr Diversität in mein Leseverhalten zu bringen. »Aber dein ganzer Blog basiert doch auf (Jugend-)Büchern mit LGBTQ+-Charakteren!«, werdet ihr jetzt zurecht denken. Trotzdem habe auch ich meine Lieblingsthemen und da ich persönlich in meiner näheren Umgebung kaum mit dem Thema Transgender in Verbindung stehe, ist das T in LGBTQ+ nicht meine erste Präferenz. So, nun also wollte ich mit diesem Jugendbuch meine Komfortzone zumindest ein bisschen verlassen, und wurde letztendlich vollkommen aus den Socken gepustet. Es ist mit Abstand eine der witzigsten und liebenswertesten Geschichten, die ich bisher lesen durfte und sie hat sich genauso in mein Herz geschlichen wie Love, Simon (aka »Nur drei Worte«), wenn nicht sogar noch mehr. Liebe Bücherfreunde, es war mir ein Fest!

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Kintsugi Cover (© Fischer Verlag)

[Rezension] Kintsugi von Miku Sophie Kühmel

Kintsugi* von Miku Sophie Kühmel ist Teil der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2019. Nachdem ich die Beschreibung gelesen hatte, war meine Neugier geweckt. Ich finde es grandios, dass ein Buch mit queeren Protagonisten selbstverständlich und komplett ohne Aufriss für den Buchpreis nominiert wird. Und schon nach wenigen Seiten war auch ich hellauf begeistert von diesem jungen Schreibtalent und dem, was hier zwischen zwei Buchdeckeln geschaffen wurde. Weiterlesen »